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Jeder hat mal klein angefangen. Selbst die größten Karnivorenzüchter haben
irgendwann mal die erste Pflanze besessen. Heutzutage kann man ein gutes
Sortiment an Karnivoren bereits in normalen Baumärkten/Gärtnereien erhalten.
Oftmals werden ganzjährig Pflanzen angeboten. Im Sortiment befinden sich in der
Regel ein paar Sonnentaue, Fettkräuter, Schlauchpflanzen sowie Kannenpflanzen und
die Venusfliegenfalle. Mit etwas Glück kann man aber auch ein paar "Raritäten"
ergattern. Oftmals wird auch Spezialerde für Karnivoren sowie ein kleines Buch
von Thomas Carow / Rudi Fürst angeboten. Dieses Buch hält alle wichtigen
Informationen für den Anfänger bereit. Dieses Buch war auch mein erstes Buch.
Wo kommen Fleischfressende Pflanzen vor?
Wenn man an Fleischfressende Pflanzen denkt kommen den meisten sofort fremde
tropische Länder in den Sinn. Dies ist allerdings in den meisten Fällen falsch,
gibt es doch auch bei uns eine stattliche Anzahl an Karnivoren. Finden kann man
sie in unseren heimischen Mooren. Mit etwas Glück kann man in unseren Mooren
Sonnentaue, Wasserschläuche und Fettkräuter finden. Die einst auch in
Deutschland heimische Wasserfalle scheint leider ausgestorben zu sein. In
Sachsen existiert sogar eine ausgewilderte Population von Schlauchpflanzen die
ansonsten nur in den U.S.A. zu finden ist. Die meisten Karnivoren sind wohl auf
der Südhalbkugel zu finden. Hier ist besonders Australien hervorzuheben. In
Australien kommen unter anderem die nur dort zu findenden Zwergdrosera,
Knollendrosera, Petiolaris-Drosera, der Zwergkrug (Cephalotus follicularis) und
die Gattung Byblis und diverse Wasserschläuche (Utricularia) vor. Im Süden
Afrikas, insbesondere in der Kapregion wird man auf eine große Anzahl an
Karnivoren treffen. Neben vielen Sonnentauen und Wasserschläuchen wächst dort
der nur dort vorkommende Wanzenstrauch (Roridula) mit seinen beiden Arten. Viele
der einfachen Drosera, die im Baumarkt angeboten werden stammen aus dieser
Gegend. Auch Südamerika ist reich an Karnivoren. Auf den Tafelbergen Venezuelas
trifft man auf Wasserschläuche, Sonnentaue, Reusenfallen (Genlisea) und auf die
Sumpfkrüge (Heliamphora). Oftmals ist allerdings eine Besteigung der Berge nötig
um bestimmte Arten zu finden. Auch in Brasilien wird man auf eine fülle an
Fleischfressenden Pflanzen treffen. Nordamerika ist die Heimat der
Schlauchpflanzen (Sarracenia, Ostküste) und der Kobralilie (Darlingtonia,
Westküste). Neben diesen beiden Gattung kommen dort noch einige Sonnentaue,
Wasserschläuche, Fettkräuter und die wohl am bekannteste Karnivore, die
Venusfliegenfalle vor.
Wieso frisst eine
Pflanze Fleisch und vor allem mit was und wie oft muss ich sie füttern?
Um eines gleich zu Beginn klar zu stellen, Karnivoren "fressen" kein Fleisch!
Vielmehr fangen sie Insekten und verwerten diese. Alle Karnivoren haben
gemeinsam, dass sie auf sehr nährstoffarmen Böden wachsen. Um dieses Defizit
auszugleichen haben sie sich im Laufe der Zeit darauf spezialisiert Insekten zu
fangen und diese zu verwerten. Dadurch können sie selbst an Standorten
existieren, die für die meisten anderen Pflanzen schlicht und ergreifend nicht
genügend Nährstoffe für ein ausreichendes Wachstum zur Verfügung stellen.
Füttern muss man keine
Fleischfressende Pflanze! In erster Linie sind das ganz normale Pflanzen, die
Photosynthese betreiben und sich also gar nicht mal so stark von anderen
Pflanzen unterscheiden. Sie sind allerdings in der Lage sich mit tierischer
Nahrung zusätzlich zu versorgen. Möchte man trotzdem füttern sollte man
bedenken, dass viele Pflanzen auf lebende Nahrung angewiesen sind. Käse, Wurst
und alles weitere in dieser Richtung sollte man vermeiden. Bei der
Venusfliegenfalle sollte man wissen, dass die Fallen nur 5 bis 7 mal zuschnappen
können. Danach sterben sie ab. Sie werden sich auch nur richtig schließen und
mit dem Verdauungsvorgang beginnen, falls lebende Nahrung in der Falle liegt.
Die Größe der Nahrung sollte höchsten ein drittel der Fallenlänge betragen.
Bei den Klebefallen legt man das Insekt einfach auf die Blätter. Auch hier
sollte es nicht zu groß sein. Wählt man zu große Nahrung droht die Gefahr, dass
sich Schimmel bildet. Es sei nochmals wiederholt, dass man die Pflanzen nicht
füttern muss! Mir ist von keinem Fall bekannt wo eine Pflanze eingegangen ist
weil sie nicht gefüttert wird.
Wo bekomme ich
nun eine Pflanze her?
Wie bereits weiter oben erwähnt
kann man mittlerweile in fast jedem Baumarkt Fleischfressende Pflanzen kaufen.
Vor dem Kauf sollte man sich grob im klaren sein welche Ansprüche die Pflanzen
haben. Für den Anfang sind z.B. Drosera capensis, Drosera aliciae oder eine der
häufig angebotenen Pinguicula-Hybriden hervorragend geeignet. Diese Arten sind
nicht winterhart. Auch Sarracenien sind nicht schwierig zu kultivieren, solange
man ihnen einen ausreichend kühlen Winter bieten kann. Oftmals werden auch viele
Nepenthes-Hybriden angeboten. Viele dieser Hybriden lassen sich auf einer
Fensterbank halten. Optimal wäre aber ein Terrarium mit leicht erhöhter
Luftfeuchte. Man sollte sich aber im klaren sein, dass die Pflanzen recht
schnell wachsen können und dann auch sehr groß werden können. Besitzt man
vielleicht sogar ein unbeheiztes Gewächshaus oder ein Moorbeet, so kann man sich
auch an den einheimischen Sonnentauen (Drosera rotundifolia, anglica und
intermedia) versuchen. Diese Arten bleiben dann ganzjährig draußen.
Wie pflege ich
meine Pflanzen?
Ein
paar Karnivoren kann man problemlos auf der Fensterbank halten, wenn man ein paar
Grundsätze beachtet. Zu diesen Pflanzen zählen unter anderem Drosera capensis,
Drosera aliciae, Pinguicula Hybriden sowie einfache Wasserschläuche. Alle
Karnivoren kommen auf nährstoffarmen Böden vor. Das muss man für die Kultur
beachten. Torf eignet sich für viele Arten sehr gut als Substrat. Mischungen mit
Sand/Perlite sind luftiger und ebenfalls sehr gut geeignet. Es ist wichtig, dass
es ungedüngter(!!) Torf ist. Zu viele Nährstoffe im Boden bringen jede
Fleischfressende Pflanze um. Auf Düngung jeglicher Art ist zu verzichten. Stehen
die Pflanzen draußen düngen sie sich schließlich von selbst. Leider lässt sich
auch das meiste Leitungswasser nicht verwenden, da es z.B. zuviel Kalk enthält.
Regenwasser oder destilliertes Wasser ist am besten geeignet. Beachtet man diese
beiden Grundsätze für das Substrat und das Wasser steht einer erfolgreichen
Kultur nichts mehr im Wege. Bei Sarracenien und der Venusfliegenfalle ist noch
zu beachten, dass die Pflanzen im Winter kalt stehen wollen. Sie halten durchaus
Frost aus. Im Sommer kultiviert man sie am besten draußen an der frischen Luft.
Sarracenien und Dionaea sind für Terrarien nicht geeignet. Einfach Drosera, wie
z.B. Drosera capensis und Drosera aliciae wachsen ganzjährig durch. Man sollte
den Pflanzen soviel Licht wie möglich geben. Im Haus bieten sich deshalb
Südfenster an.
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